Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V.
WWW - Service

18 Grad Luft/20 Grad Wasser - Meteorologischer Herbst-Anfang

Abschwimmen im Süntelbad Haddessen am 1.Sept

Traditionell zum meteorologischen Herbstanfang am ersten Sonntag im September schloss auch das Süntelbad Haddessen seine Pforten. Aber nicht sang- und klanglos, sondern mit vielen Aktivitäten.: Der Kanu Verein Rinteln und Salzwasser-Union/Seekajakfahrer stellten Kanus und Seekajaks zur Verfügung, das Schlauchboot war auf dem Wasser, die Hüpfburg aufgebaut und Kaffeestube und Grillstand sorgten zusammen mit dem bekannten Kiosk für das leibliche Wohl.

Gemeinsam waren an diesem kühlen und bewölkten Sonntagnachmittag Dauerschwimmer, Helfer, Freunde und Förderer in das Süntelbad geströmt, um zusammen die Saison zu beenden. Eine Saison, die im Mai ganz schlecht begann, im Juni besser verlief und Ende Juli/ Anfang August richtig in Fahrt kam. Insgesamt kamen in der Saison 2013 über 6500 Besucher, ähnlich viele wie im Jahr 2012.

Verschoben haben sich allerdings die Eintrittskartenanteile: In diesem Jahr wurden mehr Tageskarten als in 2012 aber weniger Jahreskarten als in 2012 verkauft- eine Folge des kalten Mai mit wenig verkauften Jahreskarten zu Saisonbeginn.

Das windig kühle Wetter am letzten Saisontag ließ die Besucher gelegentlich frösteln, insbesondere angesichts der Seekajakfahrer Malte und Karsten Hilgemeier aus Fischbeck, die eindrucksvolle Rettungsübungen mit Ihren Seekajaks vorführten. Die örtlichen Politiker und Vertreter der Verwaltung, allen voran Ortsbürgermeister Friedrich Koch nahmen die Einladung der DLRG-Ortsgruppe Haddessen zu einer gemeinsamen Tour mit dem Schlauchboot über das schöne Süntelbad an und bewiesen so wieder einmal ihre 'Seetüchtigkeit' und das sie sehr wohl gemeinsam etwas gut auf die Beine stellen können. Sehr zum Wohle auch des Süntelbad Haddessen.

Besonderen Beifall erhielt die Judo- und Jiu-Jitsu Sportgruppe des TUS Rohden-Segelhorst unter der Leitung von Astrid Hücker und Trainer Peter Bruns. Herm Henkel berichtete über den Saisonverlauf in 2013 und ging auf die weiteren Veranstaltungen in 2013 ein. Besonderes bedankte er sich bei allen Helfern und Mitarbeitern und ganz besonders bei Gerd Ohlendorf aus Höfingen, der als´┐Ż Greenkeeper´┐Ż und Kioskmitarbeiter wesentlich mit zum erfolgreichen Verlauf der Saison beigetragen hat.

Allen Aufsichten Mitarbeitern und Helfern noch einmal auch an dieser Stelle ein herzliches Danke schön. Am 8.Sept wird mit dem Herunterfahren der Anlage , den Reparaturen und Wartungsarbeiten und den Wintersicherungsmaßnahmen begonnen. Denn: Nach der Saison ist vor der Saison. Voraussichtlich am 18.Mai 2014 soll ja die Saison 2014 beginnen.

Herm Henkel, 1.Vors. DLRG-Ortsgruppe Haddessen

So war der Sommer im Süntelbad

Warmer Juli gleicht maue Besucherzahlen im Mai aus / Abschwimmen am Wochenende

Haddessen. 'Nach der Saison ist vor der Saison', sagt Herm Henkel, der als Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Haddessen das Süntelbad führt. Hinter ihm liegt eine Badesaison mit Hochs und Tiefs, wie sie selten ein Sommer bietet.

Als im Mai das Bad am Süntel geöffnet wurde, herrschten untypisch kühle Temperaturen: 'Zum Teil war es unter zehn Grad kalt. Am kältesten Tag hatte das Wasser im Becken nur 13 Grad', holt sich Henkel in Erinnerung. Nicht mehr als 300 Besucher trauten sich im Wonnemonat Mai ins - in diesem Fall sprichwörtlich - kalte Nass. Dafür lief der Juni aber schon besser. Der Juli war nach dem Sonnenentzug zu Badebeginn dann erlösender Spitzenmonat: Die heißesten Tage lockten mit 32 Grad Celsius, das Wasser hatte sich auf wohlige 26 Grad aufgewärmt. Die Resonanz: Rund 200 Besucher täglich kamen zu dieser Zeit ins Freibad. Wegen des kühlen Starts im Mai ließen sich zwar weniger Jahreskarten verkaufen, in den Folgewochen waren die Tageskarten dafür umso gefragter. Auch der Grill- und Zeltplatz wurde ganz ordentlich besucht, resümiert Henkel. Was bibberkalt und schleppend begann, bescherte dem Süntelbad dank der folgenden echten Sommermonate am Ende dann rund 6700 Besucher - sogar ein paar mehr als im Vorjahr. Einzig bedauernswert findet Henkel, dass dieses Jahr weniger Jugendliche gekommen sind, als üblich. Insgesamt ist der DLRG-Vorsitzende mit der Saison aber 'doch zufrieden'.

Am 9. September wird jetzt die Anlage heruntergefahren, 'dann zeigt sich, welche Reparaturen anfallen', sagt Henkel. Für Ausbesserungen und Arbeiten an den beiden Becken, der Schaukelanlage, der Tischtennisplatte und einigem mehr, würden grob geschätzt zwischen 2000 und 5000 Euro fällig werden. 'Dadurch, dass wir alles selber machen, halten wir die Lohnkosten gering. Es muss ja alles im Haushalt liegen', sagt Henkel. Mit 'wir' meint der Vorsitzende die etwa zehn Freiwilligen, die sich während der Badepause und auch sonst um das Süntelbad kümmern. Das Wasser wird übrigens nicht aus den insgesamt 550 Quadratmeter großen Schwimmbecken abgelassen: 'Das hat man früher mal gemacht, aber das war falsch', weiß Henkel. Denn das Wasser müsse als Gegendruck für das Erdreich im Becken bleiben, erklärt er.

Auch für Florian Sehring aus Bisperode geht der Sommer im Süntelbad zu Ende. Der 23-jährige BWL-Student verdient sich in der Saison ein kleines Taschengeld dazu, indem er die Badeaufsicht macht. 'Jetzt wo eher wenig Gäste da sind, komme ich abends pünktlich um kurz nach acht raus, aber wenn viel los ist, ist man schon mal bis neun, halb zehn am Gange', erzählt Sehring. Sein Sommerjob endete nämlich nicht mit dem Verlassen der Gäste, auch das Toilettenputzen und zwei Stunden Vorbereitungen am Morgen gehörten dazu. 'Aber als Student ein bisschen Geld dazuzuverdienen, das kann man ja immer gut gebrauchen', motiviert sich der junge Rettungsschwimmer.

Dieses Jahr lief seine Badeaufsicht zum Glück auch ziemlich glimpflich ab: 'Das Einzige, was mal passiert ist, war, als sich einer beim Auftauchen eine Platzwunde geholt hat. Der ist mit dem Kopf gegen den Handlauf geschwommen, aber das war nix Schlimmes', erinnert sich Sehring. Die Jungen der Klasse 10 c vom Viktoria-Luise-Gymnasium, die an diesem Abend noch die letzten Saltos springen, haben ohnehin ihre eigene Aufsicht mitgebracht. Kristin Beißner ist Schriftführerin im Trägerverein des Süntelbads und Lehrerin der Schülergruppe. Das allmähliche Saisonende im Bad fällt mit dem Wandertag der Schule zusammen. Wo die Klasse diesen verbringen sollte, war dann auch schnell klar: ein letztes Mal schwimmen und danach campen auf dem angrenzenden Zeltplatz schien eine klasse Idee.

Am Sonntag, 1. September, findet nun das traditionelle 'Abschwimmen' statt, bestätigt Heinz Beißner, der Vorsitzende des Trägervereins. Ab 15 Uhr ist hierzu jeder eingeladen, der Lust hat, die Badesaison auszuläuten: Das DLRG-Schlauchboot, Kanus, eine Hüpfburg und ein Grillstand mit Kaffeestube stehen dafür bereit.

von Nina Reckemeyer (DEWEZET / 30.08.2013)